Workshops

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Mittlerweile üben an vielen Schulen Streitschlichter ihre sinnvolle und gewinnbringende Arbeit aus. Einen Streit zwischen Schülern durch Schlichtung beizulegen, bevor er sich verfestigt, kann als eine der sinnvollsten Präventionsmaßnahmen gegen Mobbing angesehen werden. Ist es hingegen bereits zu Mobbinghandlungen gekommen, ist Streitschlichtung durch ältere Schüler nicht der geeignete Weg. Mobbing kann man – im Gegensatz zu einem Konflikt – nicht aus der Welt schaffen, indem man Täter und Opfer an einen Tisch setzt und vom Opfer Kompromissbereitschaft bzw. ein Zugehen auf den Täter erwartet. Eine der wichtigsten Aufgaben von Streitschlichtern ist es deshalb, eventuelle Mobbingvorkommnisse zu erkennen und damit umgehen zu können.

In meinen Workshops, die sich vor allem an Streitschlichter und Schülervertreter wenden, befähige ich die Teilnehmer, zwischen Konflikt und Mobbing zu unterscheiden. Die Schüler erfassen die gruppendynamischen Prozesse, die bei Mobbing eine Rolle spielen – auch auf emotionaler Basis. Sie erlangen Handlungskompetenz und Sicherheit beim Erkennen von Mobbing und lernen die Grenzen der Streitschlichtung kennen.

Dauer:          mindestens 4 Schulstunden zzgl. Pause(n)
Teilnehmer:  Die Zahl der Teilnehmer ist auf max. 20 beschränkt, um ein sinnvolles
                     Arbeiten, auch mit Rollenspielen, zu ermöglichen.
Material:       ein Raum mit Bestuhlung, Flipchart und Stifte, Leinwand und Beamer
                     (können mitgebracht werden)

Kosten: € 400,- zzgl. Nebenkosten (MwSt., Fahrt- und Übernachtungskosten)


Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin:

„Den Raum, in dem der Mobbingworkshop stattfand, betrat ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits wollte ich mehr erfahren, mehr kennenlernen und erlernen, das ich in den Schlichtungen anwenden kann, anderseits zweifelte ich auch ein wenig. Kann man ein so großes und schwerwiegendes Thema wie Mobbing in ein paar Schulstunden verständlich erklären und so eingrenzen, dass wir Schüler es verstehen und lernen können damit umzugehen? 

Astrid Frank begann damit uns den Unterschied zwischen einem Konflikt und Mobbing zu verdeutlichen. Dabei rief ich mir sofort die Worte unserer Ausbilderinnen ins Gedächtnis: Sobald wir jegliche Anzeichen von Mobbing in einer normalen Schlichtung wahrnehmen, sollen wir jemanden davon unterrichten. Denn Mobbing ist kein Konflikt, der sich als solcher mit dem Wissen, was wir uns in der Streitschlichterausbildung angeeignet haben, lösen lässt. Mobbing geht über einen längeren Zeitraum und spielt sich nicht unter zwei bis vier Personen ab, sondern in einer ganzen Gruppe, in der keine gerechte Machtverteilung besteht (in der Regel steht eine einzige Person gegen den Rest der Gruppe).

Im weiteren Verlauf des Workshops stellte uns Astrid Frank drei Mobbingphasen vor, in welchen das „Mobbingopfer“ erstmals vom „Täter“ ausgesucht wird, die gesamte Gruppe dies dann zunehmend übernimmt, bis sich die Rolle des Opfers als Außenstehender festigt und es kein Teil der Gruppe mehr ist. Astrid Frank machte uns auch klar, dass es unbedeutend ist, ob das Opfer vorher „cool“ oder beliebt war. Die Folgen sind für das Mobbingopfer gravierend, doch auch die Gruppe und sogar der Täter können Schaden davontragen. 

Während Astrid Frank klarmachte, wie sich Opfer, Täter und Gruppe in den drei Mobbingphasen und auch nach dem Mobbing fühlen, wurde mir das oft totgeschwiegene Thema immer zugänglicher. Ich erinnerte mich an Situationen, in denen ich meinte, Mobbing wahrgenommen zu haben, jedoch aus Unsicherheit zum Handeln nicht bereit war. Im Workshop bildete sich nun aus Unwissen Verständnis. Ich war dem Vorgang auf einmal viel näher und konnte verstehen, wie der Prozess abläuft – und das innerhalb einer kurzen Zeit.

Als der Workshop dem Ende zuging, fühlte ich mich sicher mit dem Gedanken an Mobbing, ja sogar erfahren und ich musste darüber lächeln, dass ich annahm, Mobbing könne man nicht so einfach definieren und verdeutlichen. Und das ist das Problem, das noch so viele haben: Das Unwissen über das Thema verunsichert so, dass das Handeln dagegen unmöglich scheint. Deswegen wäre es sehr sinnvoll, es auch anderen Schülern zu ermöglichen, an das Thema Mobbing herangeführt zu werden.“
Emily Z., 12. Klasse